Fair Fashion Works – Zweiter Konferenztag in Statements

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Event Studium

Die Konferenz „FAIR FASHION works? Unternehmensverantwortung im Modestudium“ ist vorbei. Es waren spannende, lehrreiche und inspirierende zwei Tage. Wir sind gespannt, was sich darauf entwickelt. Nun aber erstmal Teil II unseres Rückblicks in Statements.

The purpose of business is business. Diese Einstellung ist sehr antiquiert. Die Wirtschaft muss auch anderen Zwecken dienen.

Ich bin davon überzeugt, dass man mit Nachhaltigkeit Gewinn machen kann. Sonst hat Nachhaltigkeit keinen Sinn.

Ist man als Einkäufer allein in einer Fabrik und lastet diese zu 100 Prozent aus, kann man viel mehr verändern.

Seit 18 Jahren ist das Thema Living Wages auf dem Tisch.

Auch wenn das Thema „existenzsichernde Löhne“ sehr komplex ist, ist es keine Entschuldigung, um sich zurückzulehnen.

Viele Living-Wage-Projekte sind gescheitert, weil die Verantwortlichen die Lieferkette nicht zu Ende gedacht haben.

Die Erfahrung ist leider, dass die Konsumentinnen und Konsumenten nicht bereit sind, mehr für Kleidung zu zahlen. Zumindest in Deutschland nicht.

Audits bringen nichts. Das wissen wir alle. Die Zulieferer werden mit Audits überhäuft und es kommt zu Fälschungen.

Dass Audits nichts bringen, stimmt nicht. Es kann immer wieder zu Missständen kommen – das lässt sich nicht vermeiden. Die Frage ist: Wie geht man als Marke damit um? Wenn wir den Lieferanten verlassen, ändert sich für die Beschäftigten auch nichts.

Als das Textilbündnis gestartet ist, waren wir davon nicht überzeugt. Wir verfolgen das aber und werden uns gegebenenfalls auch wieder anders entscheiden. Im Moment sehen wir keinen Mehrwert für unsere Lieferkette.

Wir sehen die Freiheit der Forschung gefährdet. Die Lehrenden können von Firmen beeinflusst werden. Sei es durch Gutachtertätigkeit oder sonstige Nebeneinkünfte.

Informationsfreiheitsgesetze gibt es auf der Bundesebene und in zwölf weiteren Bundesländern. Dort, wo es sie nicht gibt, trifft man auf eine Mauer des Schweigens. Hochschulen antworten entweder gar nicht auf Anfragen zur Beteiligung der Unternehmen oder geben die Informationen nicht heraus.

Es ist verlockend, schon im Studium Kontakte zur Wirtschaft knüpfen zu können und auch Praxiserfahrung zu sammeln.

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Wirtschaftliche Beteiligung an der Wissenschaft kann sinnvoll sein, aber es darf nie Einfluss auf die Forschung nehmen.

Es ist eine Diskussion an den Hochschulen nötig, was eine sinnvolle, zeitgemäße, verantwortungsvolle Forschung und Lehre ist.

Es bringen sich immer noch zu wenige Studierende aktiv in die Gestaltung der Lehre ein. Mein Appell an euch ist daher: Stellt Fragen, bezieht Stellung.

Man muss sich auch fragen, welche Dozent_innen in der Forschung erfolgreich werden. Das sind natürlich solche, die Drittmittel einwerben und sich ansonsten anpassen. Individualität und Pluralismus werden noch zu wenig gefördert.

Leider gibt es immer wieder Initiativen, die etwas Tolles starten, dann gehen die Studierenden aber in die Berufe und es verläuft sich wieder.

Wenn Unternehmensvertreter_innen bei Auswahlgesprächen anwesend sind, ist es sehr bedenklich. Es verletzt das Grundrecht auf freien Zugang zur Lehre.

Bei Auftragsforschung kann der Geldgeber entscheiden, ob die Ergebnisse veröffentlicht werden oder nicht. Der Sperrvermerk kann von einigen Jahren bis hin zu unendlich reichen.

Es spricht nichts gegen Kooperation von Wirtschaft und Wissenschaft, aber es muss transparent sein. Und wenn etwas erforscht wird, muss es öffentlich zugänglich sein.

Hier noch einmal den ersten Teil nachlesen.

Diese Themen wurden auf der Konferenz vorgestellt.

Foto: Barbara Palusinska

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