Fair Fashion Works – Erster Konferenztag in Statements

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Event Studium

Der erste Tag der Konferenz „FAIR FASHION works? Unternehmensverantwortung im Modestudium“ liegt hinter uns. Es wurden neue Kontakte geknüpft und Meinungen und Ideen ausgetauscht. Für diejenigen, die nicht dabei sein konnten, haben wir einiges aufgeschnappt. Es folgt ein Rückblick in Statements.

Hinter den CSR-Phrasen der Unternehmen stehen Menschen, die unsere Kleidung nähen – und um die geht es uns. Damit sie gut leben können und nicht wie bisher mit Ausbeutung.

Was ist die Aufgabe von Hochschulen? Bloß Arbeitskräfte für Unternehmen auszubilden oder auch Werte zu vermitteln?

Ich wünsche mir, dass wir bis Freitag Nachmittag neue Ideen entwickeln, wie diese Themen in die Hochschulen kommen.

Unternehmensverantwortung ist ein relationales, wandelbares, umkämpftes und kontextabhängiges Konzept.

Die Diskussion um Unternehmensverantwortung ist keine plötzliche Bekehrung der Unternehmerschaft. Es ist eine Reaktion auf Ansprüche und Kritik, die an diese gestellt wurden.

Wie haben sich die Motive der Wirtschaftsakteure im Laufe der Jahre verändert? Unternehmen heutzutage betreiben Unternehmensverantwortung als Instrument, um ihre Reputation zu verbessern. In den 70er Jahren spielten moralische Gründe eine größere Rolle.

Früher sprach man von gesellschaftlicher Verantwortung. Heute von CSR.

Die Auslagerung der Produktion geschieht natürlich u.a., um schlechte Arbeits- und Lohnbedingungen auszunutzen.

Im Textilbündnis gehen wir so voran, dass diejenigen, die noch nicht so weit sind, mitgehen können.

Das Bündnis ist nichts für weiche Gefühligkeiten.

Wir müssen Ziele setzen und an der prozesshaften Verbindlichkeit festhalten.

Die Produktion soll in Ländern wie Indien und Bangladesch bleiben, damit die Menschen von der Arbeit leben können. Aber sie müssen davon richtig leben können.

Mein Eindruck ist, dass das Textilbündnis durchaus als Tiger gesprungen, aber als Bettvorleger gelandet ist.

Wir würden uns ja auch in Deutschland nicht darauf verlassen, dass Unternehmen freiwillig Arbeitsrechte schützen. Hier gehen wir ja auch mit gesetzlichen Regelungen zum Arbeitsschutz vor.

Das Textilbündnis ist in der Größe, in der wir es durchziehen, einmalig.

Die Zukunft gehört den Multi-Stakeholder-Initiativen – das steht ja auch in den SDGs.

Nächste Woche werden wir im Textilbündnis dieses Paket, das wir in den letzten zweieinhalb Jahren geschnürt haben, verbindlich verabschieden.

Katharina Partyka, Concept-Store Kiss the Inuit in Köln

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Sich jetzt schon auf die Schulter zu klopfen, ist schwachsinnig. Wenn Verbesserungen der Arbeitsbedingungen in den Produktionsländern ankommen und das Textilbündnis daran beteiligt ist – super. Wenn nicht, dann nicht.

Auch wenn man Marken, die Millionenumsätze haben, nicht mit kleinen Unternehmen vergleichen kann – große Unternehmen sollten schon vergleichbare Standards zum Ziel haben.

Natürlich tragen mache Marken mehr als andere zu einem Wegwerfkonsum bei, aber das Textilbündnis kann hier nicht ansetzen. Es geht um Produktionsbedingungen. Und im Bezug darauf sind Primark und H&M genauso schlecht wie Hugo Boss.

Kleine und mittelständische Unternehmen sind genauso verantwortlich für ihr Handeln wie internationale Unternehmen.

Existenzsichernde Löhne haben wir noch nicht mal in Deutschland.

Es gibt Menschen, die sich nur solch billige Kleidung leisten können.

Das Argument mit der billigen Kleidung trifft sicherlich auf einige Menschen zu, aber der Großteil befriedigt von der Werbung anerzogene Bedürfnisse.

Die Billiganbieter sind ja nicht soziale Wohltäter, denen es darum geht, armen Menschen zu helfen.

Wir wollen hier ja keine sozial-gesellschaftliche Debatte führen!

Auch die fair produzierenden Labels machen Gewinn. Entscheidend sind die Margen. Die Frage ist: Wie viel kann ich aus diesen Menschen quetschen?

In den Niederlanden ist das Thema schon viel weiter. Da bekommt aber auch die Politik viel mehr Rückenwind für das Thema. In Deutschland haben wir mehr diese Geiz-ist-geil-Mentalität. Diese Kampagne hat damals ganz schön viel kaputt gemacht.

Ich kämpfe auch für die Öko-Mehrwertsteuer. Die faire Ware müsste mehr gefördert werden.

Fotos: FEMNET

Teil II lesen >

Diese Themen wurden auf der Konferenz vorgestellt.

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