„It’s time for a Fashion Revolution!“

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Kampagne Studium

Am 24.04.2016 jährte sich das Fabrikunglück von Rana Plaza zum dritten Mal. Bei dem Einsturz des Gebäudes in Dhaka, Bangladesch starben 1.134 Menschen, über tausend wurden verletzt. Weltweit protestierten im Rahmen der Fashion Revolution Week Vereine, Organisationen und Initiativen gegen die Umstände in der Textil- und Bekleidungsbranche und erinnerten mit unterschiedlichen Aktionen an die Menschen, die tagtäglich unter menschenunwürdigen Bedingungen unsere Kleidung nähen.

Die Studierendeninitiative Fairquer der Hochschule Niederrhein in Mönchengladbach hat sich eine besonders anschauliche Aktion ausgedacht, um ihre Kommiliton_innen für das Thema zu sensibilisieren – denn die Studierenden von heute werden die zukünftige Einkaufspolitik der großen Unternehmen in der Hand haben und sich zwangsläufig mit dem Thema Nachhaltigkeit auseinandersetzen müssen.

Am frühen Morgen des 25. April traf sich die Gruppe auf dem Campus. Vom Nählabor der Hochschule durften die Aktivist_innen mehrere Industrienähmaschinen ausleihen. Infotafeln, welche andere Studierende über die Aktion informieren sollten, wurden aufgestellt. Mit Hilfe eines Beamers wurde die Arbeitszeit auf eine Wand projiziert. Vier Näher_innen arbeiteten über zehn Stunden ohne Pause, um den Passanten den Arbeitstag einer Näherin in Bangladesch zu demonstrieren. In eine Schale wurde der Stundenlohn hineingeworfen, umgerechnet ca. 15 Cent. Bei einem zehn-Stunden-Tag verdient eine Näherin somit nicht einmal zwei Euro. Davon kann sie weder sich, geschweige denn eine Familie ernähren.

Die Gruppe Fairquer in Aktion © Fairquer

Die Gruppe Fairquer in Aktion © Fairquer

Leider spielte das Wetter nicht mit und so mussten die Student_innen bei Temperaturen um 0° mit zwischenzeitlichem Regen an den Nähmaschinen sitzen – lediglich von einem Pavillon geschützt. Doch niemand wollte aufhören: Denn auch die Näher_innen in Bangladesch können den Arbeitsplatz nicht verlassen, bevor das Produktionsziel erreicht ist. So nähten die Studierenden mit Mützen und Handschuhen ausgestattet weiter, bis das Ziel erreicht wurde.

Genäht wurden Banner, die während der Aktion auf dem Campus aufgehängt wurden. Dafür wurden aus Stoffresten – ebenfalls von der Hochschule gespendet – Buchstaben zugeschnitten, welche die Näher_innen auf breite Stoffbanner aufnähten. Slogans wie „Who made your clothes“, „Fashion Revolution Day“ und „buy less, choose well, make it last“ hingen für eine Woche an den Wänden der Hochschulgebäude und erinnerten Passant_innen daran, ihr Konsumverhalten zu überdenken.

Der Instagram-Account von Fairquer dokumentiert die Arbeit.

Mit der Resonanz ist die Gruppe zufrieden: Viele Interessierte kamen zum Gespräch an den Stand und wollten über die Arbeit der Hochschulgruppe informiert werden. Auch neue Unterstützer_innen konnten gewonnen werden. In den Tagen nach der Aktion wurde viel über das Ereignis gesprochen und auch auf Social-Media-Kanälen wie Instagram haben Studierende Fotos hochgeladen, welche die genähten Banner zeigten.

Fairquer bedankt sich bei der Hochschule Niederrhein und allen Beteiligten der Aktion für die tolle Kooperation. Wir hoffen, noch lange mit der Aktion in den Köpfen von Lehrenden und Studierenden zu bleiben und sie nachhaltig beeinflusst zu haben, denn: „It’s time for a Fashion Revolution!“

Aika-Maresa Fischbeck studiert Bekleidungsmanagement an der Hochschule Niederrhein und absolviert derzeit ein Praktikum bei FEMNET.

Alle Fotos © Fairquer

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