Warum wir am Internationalen Frauentag über Wasser und Mode sprechen müssen – Teil 2

Schreibe einen Kommentar
Allgemein

In ihrem Gastbeitrag hat Amira Jehia von Drip by Drip gezeigt, warum besonders Frauen von verschwenderischem Trinkwasserverbrauch in der Modeindustrie negativ betroffen sind. Hier nun ihre Alltagstipps, wie wir mit einem achtsamen Bekleidungskonsum Wasser sparen und die Lebensbedingungen von Menschen weltweit verbessern können!

Es gibt zwei einfache Dinge, die wir tun können, um wirkliche Solidarität mit Frauen in der Bekleidungsproduktion zu zeigen:

Erstens, weniger Baumwolle konsumieren.

Ein einfaches Baumwoll-T-Shirt verbraucht durchschnittlich 2.700 Liter Wasser in der Produktion. Ein Sweater zwischen 3.500 und 8.000 Liter. Baumwolle ist eine der durstigsten Rohstoffe für Textilien überhaupt. Gepflückt wird sie, gerade in Asien, nach wie vor per Handarbeit durch Frauen, weil diese mit ihren kleineren Händen angeblich leichter an die Blüten herankommen. Diese Tätigkeit ist hochgradig rückenschädigend und wird oft mit der zusätzlichen Belastung eines Babys oder Kleinkinds auf den Hüften oder dem Rücken ausgeübt. Den Luxus von Mutterschutz und Kinderbetreuung können die Frauen dort sich nicht leisten. Alternativen zur Baumwolle gibt es zahlreich, angefangen bei Modal, das aus Buchenrinde gewonnen wird bis hin zu Bambus-, Brennessel-, Hanf- und Leinen-Gemischen. Und das Beste daran? Sie verbrauchen deutlich weniger Wasser als herkömmliche Baumwolle. Die Optionen sind also da, wir müssen sie nur wählen.

 Zweitens, von den großen Ketten zu kleinen Labels wechseln.

Fast Fashion ist das große Problem unserer Zeit, zumindest was die Mode betrifft. Wöchentlich wechseln die Styles in den Schaufenstern der großen Ketten. Wer mithalten will, muss regelmäßig für Nachschub sorgen. Das geht aber nur, wenn die Teile auch möglichst günstig zu haben sind.

Diesem Bedürfnis kommen die großen Ketten nur allzu gerne nach. Das Ziel möglichst viel, möglichst schnell zu produzieren, lässt Themen wie Umweltschutz und Arbeitsrecht in den Hintergrund rücken. Die Folge: Menschenrechtsverletzungen und Umweltverschmutzung in ganz großem Stil. Dabei besonders in Mitleidenschaft gezogen – die Frauen auf den Feldern und hinter den Nähmaschinen und das Grundwasser. Abwasseranlagen sind kostspielig und die Verantwortung dafür wird allzu gern auf die Fabriken abgewälzt. Wovon diese solche Technologien bei den immer niedrigeren Stückpreisen bezahlen sollen, interessiert die wenigsten Auftraggeber. So fließt das verunreinigte Wasser in den meisten Fällen, genauso wie es aus der Fabrik herauskommt, zurück in den natürlichen Kreislauf. Und dabei verunreinigt es die noch sauberen Reserven gleich mit. Je mehr Macht wir diesen Firmen geben, desto größer werden die Probleme, die sie schaffen. Eine echte Alternative bilden kleinere Labels mit ausgereiften und nachhaltigen Konzepten. Die kleineren Mengen, die sie abnehmen, sorgen zwar für einen höheren Verkaufspreis aber mal ehrlich, haben wir nicht alle eigentlich auch dann noch genug, wenn wir uns im Monat nur noch ein neues Teil leisten?

Also Ladies, lasst uns loslegen und wirklich etwas füreinander tun. Und einfach mal “nein” sagen beim nächsten Shopping-Bummel.


Hinweis aus der modefairarbeiten-Redaktion: Einen guten Vergleich von Baumwolle mit anderen Fasern auf einen Blick liefert der Fair Fashion Guide. Dort findet ihr auch weitere Tipps für einen nachhaltigen Umgang mit Kleidung.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.