Made in Kenia für die ganze Welt – eine faire Firma aus Nairobi stellt sich vor: Teil 2

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Das Team von Kiboko (c) Kiboko

Kathrin Glosemeyer arbeitete Anfang 2017 für zwei Monate als Designpraktikantin in dem von der World Fair Trade Organisation (WFTO) zertifizierten Betrieb Kiboko Leisure Wear Ltd. in Nairobi. Kiboko beschäftigt derzeit mehr als 70 Angestellte und zählt zu einem der wenigen Betriebe in Kenia, die sich für faire Arbeitsbedingungen mit geregelten Arbeitszeiten und einem festen Gehalt entschieden haben. Aber was sind eigentlich die Vor- und Nachteile einer WFTO-Mitgliedschaft für eine_n Näher_in oder für das Unternehmen insgesamt? Kathrin Glosemeyer machte sich vor Ort ein Bild und führte ein Interview mit der Näherin Jeanette. Hier folgt das Interview mit der Marketingleiterin Sabine Hüster von Kiboko.

Was sind deine Aufgaben im Betrieb?

Sabine Hüster: Ich bin die Marketingchefin des Betriebes und für alle Abteilungen verantwortlich. Meine größte Stärke ist es, meine Kund_innen dabei zu unterstützen, ihre eigenen Ziele zu verwirklichen und ihre Kollektionen zu produzieren. Mir ist eine gute Kundenbeziehung sehr wichtig, weshalb es für Kiboko das größte Kompliment ist, wenn mir ein_e Kund_in erzählt, er oder sie sei glücklich mit dem, was wir für sie/ihn gemacht haben.

Wie lange arbeitest du schon mit WFTO zusammen?

Wir sind seit Anfang 2014 Teil der WFTO-Familie. Seit 2015 bin ich selbst außerdem aktives Mitglied von WFTO Africa und ME board. Ich bin Schatzmeisterin und kümmere mich um das Marketing Access Program.

Was bedeutet Fairtrade für dich und welche Standards hast du umgesetzt?

Bereits vor meiner Mitgliedschaft bei der WFTO waren die Fair Trade Standards wichtige Prinzipien in meinem Lebens- und Arbeitsumfeld. Deshalb war es für mich nichts Neues. Wir waren zuvor bereits einige Jahre lang GOTS zertifiziert, sodass wir bereits damals alle Standards erfüllt hatten. Gegenseitiger Respekt ist einer der wichtigsten Kriterien in der Firma. Wenn sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer sich auf der gleichen Seite der Medaille befinden, denke ich, haben wir Fairtrade erreicht.

Welche Erfahrungen hast du bezüglich Fairtrade gemacht?

Wir haben bislang nur positive Reaktionen auf die WFTO erhalten. Durch die von der WFTO angebotene Plattform haben wir viele Kund_innen erhalten – besonders die jungen Labels, für die fairer Handel und Transparenz von zentraler Bedeutung sind. Ich denke, dass die Leute es spüren, dass Kiboko ein faires Herz hat.

Gibt es trotz der vielen positiven Erfahrungen Dinge, die du gerne verbessern würdest?

Ich wünschte tatsächlich, dass ich mehr Zeit für meine Mitarbeiter_innen habe, damit sie das faire und nachhaltige Bewusstsein auch in ihr eigenes Handeln außerhalb von Kiboko integrieren könnten.

Vielen Dank für das ausführliche Gespräch.

Foto: Kiboko

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