3 Fragen an… Marie, Studium „Materielle Kultur: Textil“ in Oldenburg

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3 Fragen an Studium

Auf modefairabeiten.de lassen wir Menschen zu Wort kommen, für die Mode nur dann schön sein kann, wenn sie sozial gerecht und umweltfreundlich produziert wurde. Doch was lernen eigentlich angehende Modedesigner_innen, Bekleidungstechniker_innen, Einkäufer_innen usw. als künftige Gestalter_innen der Branche über soziale Produktion? In der neuen Serie 3 Fragen an beantworten Studentinnen und Studenten modebezogener Studiengänge Fragen zu ihrem Studium. Diesmal Marie, die in Oldenburg „Materielle Kultur: Textil“ studiert.

#1 Wie heißt Du, wo und was studierst Du?
Ich heiße Marie Adrian. Ich studiere den BA Studiengang Materielle Kultur: Textil (MKT) in Oldenburg im 6. Semester. MKT ist ein kulturwissenschaftlicher Studiengang mit dem Schwerpunkt Textil. Mein persönlicher Schwerpunkt liegt aktuell auf dem Thema Nachhaltigkeit in der Textilproduktion. Wenn man sich mit Textilien beschäftigt, muss man die derzeitigen Produktionsabläufe und Arbeitsbedingungen kritisch hinterfragen.

#2 Werden Sozialstandards und Menschenrechte im Rahmen Deines Studienganges behandelt?
Im Verlauf des Studiums habe ich zwei Seminare besucht, die sich mit dem Thema Nachhaltigkeit beschäftigen. In einem davon haben wir uns auch mit Sozialstandards und Menschenrechten befasst, aber wirklich nur sehr kurz. Ich wünsche mir definitiv mehr Angebote dieser Art im Studium. Ich weiß, dass einige meiner Kommilitoninnen großes Interesse an diesen Themen haben und sich mehr ebenfalls Input wünschen. Als beispielsweise eine Mitarbeiterin von FEMNET einen Vortrag an der Uni gehalten hat, kam das sehr gut bei den Studierenden an. Auch das Institut ist offen für solche Veranstaltungen.

Innerhalb des Studiengangs haben wir generell sehr viele Freiheiten, was Projektarbeit angeht. Auf diese Weise kann man seinen eigenen Interessen nachgehen und weitere Studierende für die eigenen Projekte gewinnen. Ein Seminar, welches sich mit Nachhaltigkeit beschäftigt, war „Universität und Nachhaltigkeit“. Ziel des Seminars war es, innerhalb des Semesters ein Projekt durchzuführen, was im Rahmen der Universität realisierbar ist und etwas mit Nachhaltigkeit zutun hat. Es sind sehr schöne Projekte entstanden, beispielsweise wurde ein Modeblog erstellt, auf welchem Geschäfte mit fairer Kleidung vorgestellt wurden, eine Art nachhaltiger Shopping Guide für Oldenburg. Außerdem gab es Uni-Honig und einen Uni- Markt. Unsere Gruppe hat sich sozialen Nachhaltigkeit gewidmet. Dafür haben wir einen „Supper-Club“ erstellt. Hier wurde den Studierenden eine Plattform geboten, sich zu vernetzen, gemeinsam zu kochen und zu essen.

#3 Wie präsent findest Du das Thema „Faire Kleidung“ insgesamt?
Wie oben bereits beschrieben, denke ich, dass sich junge modeinteressierte Menschen, zwangsläufig mit den grausamen Bedingungen in den Textilfirmen befassen müssen und den eigenen Kleidungskonsum überdenken sollten. Ich bin der Meinung, dass man sehr früh ansetzen muss, um ein Umdenken zu erzielen. MKT kann man beispielsweise auch auf Lehramt studieren (Textiles Gestalten), möglicherweise ist das schon ein kleiner Schritt, die Kinder früh auf einen bewussteren Umgang mit Kleidung einzustimmen. Ich denke, dass das Wissen über die Textilproduktion auf unterschiedlichen Wegen verbreitet werden muss, denn ich bin immer wieder erstaunt, wie viele Menschen nicht wissen, wie ihre Kleidung hergestellt wird.

Foto: privat

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