Eine Plattform, um faire Mode in die Medien zu bringen – ein Interview mit den Fashion Changers

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Nina, Jana und Vreni treten als ‚Fashion Changers‘ gemeinsam dafür an, dass Leidenschaft für Mode und bewusster, ethischer Konsum Hand in Hand gehen können. Dafür haben sie ihre Aktivitäten auf verschiedenen Social-Media-Kanälen Anfang 2019 durch eine eigene Plattform ergänzt. In diesem Beitrag beantworten sie uns einige Fragen rund um den neuen, virtuellen „Ort“ in der Fair-Fashion-Welt.

Was ist Eure Vision als Fashion Changers? Und wie kann die Fashion Changers-Plattform dabei helfen, diese Vision Realität werden zu lassen?

Jana: Unsere Vision ist es mithilfe von starken Partnerschaften, gemeinsamen Projekten und immer mehr Modeaktivismus, faire Mode stärker in den Fokus der Medien und damit in die öffentliche Wahrnehmung zu rücken.

Nina: Mit unserer Arbeit richten wir uns an Medienschaffende, wie Blogger_innen, Influencer_innen, Journalist_innen und andere Content Creators, die ihre Stimmen medial für positive Veränderungen einsetzen können. Wir wollen mit unseren Offline-Events und jetzt auch mit unserer Online-Plattform dazu inspirieren und andere empowern, ihre Reichweite für Fair Fashion und Nachhaltigkeit einzusetzen.

Gibt es Features auf der Plattform, die Euch jeweils besonders am Herzen liegen und wenn ja, warum?

Jana: Auch, wenn es jede Menge Arbeit ist, finde ich es klasse, dass wir nun auch das Fashion Changers Magazin haben, da wir dort nochmals ein eigenes Sprachrohr für die uns wichtigen Themen gefunden haben.

Nina: Im Magazin arbeiten wir mit Contributors aus der Szene zusammen, die ihr Expert_innenwissen mit uns teilen und sich zu Themen äußern, die die Community bewegen. So lebt das Magazin das, was uns besonders wichtig ist: den Kooperationsgedanken, der sich auch durch die gesamte Onlinepräsenz zieht und für mich das Herzstück unserer Arbeit ist.

Vreni: Außerdem ist uns der Modeaktivismus-Bereich ein besonderes Anliegen, denn gerade hier müssen wir alle noch aktiver werden – nicht nur online.

Wie erlebt Ihr die Rückmeldungen: Ist die Plattform etwas, worauf die Fair-Fashion-Welt schon lange gewartet hat?

Nina: Ich glaube nicht, dass die Modewelt noch auf irgendetwas wartet. Aber wir wissen durch unsere Offline-Arbeit, dass es ein Bedürfnis für die Themen gibt, die wir im Magazin besprechen. Mit unserer Plattform wollen wir außerdem abseits der Events allen die Möglichkeit geben, Teil der Fashion Changers Community zu sein. Und das wird total positiv aufgenommen.

Die Plattform wird zum Teil durch Kooperationen ermöglicht. Nach welchen Kriterien wählt Ihr Eure (kommerziellen) Partner_innen aus und begegnet Ihr dabei Herausforderungen?

Jana: Wir können uns nur durch die Zusammenarbeit mit anderen Unternehmen finanzieren. Dabei achten wir vor allem darauf, dass diese unseren Werten entsprechen – also fair und ökologisch handeln und produzieren. Eine große Herausforderung sind die oftmals kleinen Marketingbudgets der öko-fairen Unternehmen.

Vreni: In unserer Labelliste unterscheiden wir aber auch nach ökologisch, fair und vegan. Auch, wenn ein Label „nur“ fair produziert, kann es Teil dieser Labelliste werden.

Nina: Darüber hinaus haben wir uns bewusst dafür entschieden, dass wir keine bezahlten Kooperationen mit Konzernen eingehen, die in ihrer Konzernpolitik nicht fair oder ökologisch agieren, wie z.B. Nestlé oder Unilever. Das heißt aber nicht, dass wir uns einem inhaltlichen Austausch verweigern, den wir weiterhin für notwendig halten.

Wie schwierig ist es für Euch persönlich, verantwortungsbewusste mediale Arbeit zu machen und dennoch auf finanzielle Ermöglichung angewiesen zu sein?

Vreni: Das eine sollte das andere nicht ausschließen. Aber wir fragen uns natürlich bei jeder Zusammenarbeit, ob Unternehmen x und y zu unseren Werten passen. Meistens ist es so, dass wir eine genaue Vorstellung von dem haben, was wir offline oder online machen wollen und dafür gezielt Partner_innen ansprechen, die zu unserer Vision passen.

Als Fashion Changers verhelfen Nina, Vreni & Jana nachhaltiger Mode zu mehr Sichtbarkeit © Emilie Elizabeth

Wo seht Ihr in der Fashion-Welt im Allgemeinen Eure Wirkungsmöglichkeiten und wo seht Ihr ganz klar andere Akteur_innen in der Verantwortung?

Jana: Mit jedem Kauf entscheide ich als Individuum, wem ich mein Geld gebe. Das gilt nicht nur für die Modewelt. Außerdem trage ich als in den Medien präsenter Mensch Verantwortung, dort zu zeigen, dass ein alternativer Konsum möglich ist. Ich denke, dass wir alle mit einem Social Media Account schon große Strahlkraft haben – egal, wie viele oder wenige Follower dort vielleicht zuschauen mögen.

Vreni: Aus der anderen Richtung muss unbedingt die Politik eingreifen, entsprechende Gesetze erlassen und Fashion-Retailer in die Verantwortung nehmen. Sowohl hier in Deutschland, als auch in ihren Produktionsländern.

Nina: Deswegen unterstützen wir auch die von Folkdays-Gründerin Lisa Jaspers ins Leben gerufene Petition Stoppen Sie Unternehmen, die Menschenrechtsverletzungen in Kauf nehmen! Die Petition wurde im letzten Jahr bereits von über 100.000 Menschen unterschrieben und fordert fordert die deutsche Bundesregierung dazu auf, ein Gesetz zu unternehmerischen Sorgfaltspflichten zu verabschieden. Die Initiative geht nun in die zweite Runde, weil wir noch mehr Unterschriften brauchen, damit in Deutschland sitzende Unternehmen in Zukunft zur Verantwortung gezogen werden, wenn sie Menschenrechte entlang ihrer Wertschöpfungskette missachten.


Fotos: © Emilie Elizabeth
Interview: May Blombach

Ihr interessiert Euch für die Fashion Changers Community? Dann empflehlen wir Euch unsere Berichte von der Fashion Week 2018 und 2019 hier auf dem Blog!

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